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100 Jahre Chinesischer Film
Der erste Chinesische Film wurde im Herbst 1905 in dem Fotostudio "Fengtai" des Herrn Ren Jingfeng im Tempel der Erde in Peking-Liulichang gedreht. Als Stoff für diesen Film dienten die Kampfszenen der Peking Oper. Das Ganze passierte 10 Jahre nach der Erfindung des Films in Paris. Das erste chinesische Kino öffnete im Jahre 1896 in Shanghai seine Tore. Erst im Jahre 1902 zog Peking mit einem Filmtheater nach. Gezeigt wurden europäische Kurzfilme. Der erste chinesische - noch kurze - Spielfilm "Für die Heirat" (Nanfu Nanqi) wurde 1913 in Shanghai von Zheng Zhengqiu und Zhang Shichuan gedreht. Diese beiden Männer gründeten dann mit weiteren Kollegen im Jahre 1922 in Shanghai ihre eigene Produktionsfirma "Mingxing". Ihr Film "Guer Jiuzuji", der jetzt im Jahre 1923 entstand, wurde zu einem großen Erfolg. Und das wirkte geradezu wie die "Initialzündung" für eine äußerst positive Entwicklung der Filmbranche insgesamt. Bis 1930 drehten nun viele Produzenten in Shanghai über 750 Stummfilme, die Themen wie Familie, Liebe, Alte Oper und Volkslegenden, usw. zum Inhalt hatten.Und sie waren damit in China, aber auch in Südasien sehr erfolgreich.

Zwischen 1931 und 1945 befand man sich in einer Zeit des Kampfes mit der japanischen Armee. Und so wurden nun hauptsächlich Filme mit dem Thema "Krieg" gedreht. Aber auch die "Alte Oper" blieb dennoch, oder gerade jetzt, als Thema stets sehr beliebt und wichtig für die Menschen. Mit der Gründung der Volksrepublik China im Jahre 1949 hielt zwar wieder Frieden Einzug im Land, aber man steuerte trotzdem schwierigen Zeiten entgegen, die in der Kulturrevolution von 1966 bis 1976 ihren schrecklichen Höhepunkt erfuhren.Das bekam natürlich auch der Chinesische Film zu spüren. Bis 1976 wurden so über 800 Filme produziert.Seit 1977 erfährt der Chinesische Film eine Renaissance. Mit überwältigender Kraft und großer Energie werden mehr und mehr gute Filme gemacht. Viele davon haben internationale Anerkennung gewonnen und Auszeichnungen erhalten. Diese Erfolge zeigen den Weg in die Zukunft des Chinesischen Films. Seit 1905 wurden in China über 4000 Spielfilme produziert. Die große Kultur im alten China, die lange Geschichte der Zivilisation, überhaupt das Leben in China als solches - all dies, und noch viel mehr, wird filmisch umgesetzt.

 

Dokumentarfilme

Chinesischer Dokumentarfilm "Nomaden"
Eine schöne und ruhige Erzählung über die Kasaken in Westchina. Die eindrucksvollen Berglandschaften mit Wiesen und Feldern zu allen Jahreszeiten werden in schillernden Farben gemalt.

Die Kasachischen Nomaden in Xinjiang, im Nordwesten Chinas, leben traditionell im Verbund von Großfamilien. Dem Wechsel der Jahreszeiten folgend, ziehen sie dorthin, wo sie Nahrung für sich und ihre Tiere finden.

Sie wandeln auf alten Pfaden, die Berge und Hochebenen dieser entlegensten und einsamsten Region Chinas miteinander verbinden.

Auf dem Ruecken ihrer Pferde reiten sie im Einklang mit den Gesetzen der Natur. Trotz des harten Lebens finden sie aber auch privates Glueck.

Ihr starker einfacher Glaube besagt: Wie das Gras waechst, so werden auch ihre Kinder wachsen.

Dies ist ihre Geschichte. Zeugnis einer Lebensweise, die es in naher Zukunft nicht mehr geben wird.
Sie sind die letzte Generation von Nomaden in China.

 

Chinesische Filmwochen in München

 

Xiang Qing / Familienliebe
(1981)

B: Wang Yimin
R: Hu Bingliu, Wang Jin
K: Liang Xiongwei
M: Yang Zhezheng
D: Huang Xiaolei, Ren Yixiang, Wu Wenhua, Huang Jinshang

Heiraten wollen sie, Bauernsohn und -tochter, doch da kommt Überraschendes ans Tageslicht: Der Junge ist ein Pflegekind, die leiblichen Eltern leben in der Stadt. Als er sie besucht, werden seine Gefühle auf die Probe gestellt. Die Gegensätze könnten krasser nicht sein. Wasserbüffel und handbetriebene Pumpen an grandiosen Flusslandschaften hier, Hochschule und Stadtleben dort, und auch eine komplett unterschiedliche Mentalität der Menschen. Verliebt der Junge sich in seine Mitschülerin und die Annehmlichkeiten der Stadt, oder sind die Bindungen an seine Jugendliebe und die Ziehfamilie stärker?

 
 

 

An Ju / Leben in Frieden
(1997)

B: Ma Weijun
R: Hu Bingliu
K: Zheng Hua
M: Cheng Dazhao
D: Pan Yu, Bai Xueyun, Sunmin, Wang Hong

Preisgekrönt beim Huabiao Filmfestival, China 1997

Axi, eine alte Frau, lebt alleine in ihrer Wohnung mit ihren Erinnerungen. Ihr Sohn Adong kümmert sich so gut er kann um sie. Mit ihrer zunehmend exzentrischen Art vergrault Axi innerhalb kürzester Zeit mehrere Haushaltshilfen. Auch Shan, die neue Haushaltshilfe, wird von ihr überkritisch behandelt. Aber am Ende verstehen sich Axi und Shan doch so gut wie Mutter und Tochter.

Ein höchst sensibler Film über das Leben selbst. Unspektakulär die "Story", und dennoch eine spannende Erzählung über das Alter, über Jugendträume, über Toleranz und Geduld, über Menschlichkeit und was sie bewegen kann.

 
 

 

Xiang Yin / Gute Mutter
(1983)

B: Wang Yimin
R: Hu Bingliu
K: Liang Xiongwei
M: Jin Zuozhong, Situ Kang, Ding Jialin
D: Zhang Weixin, Liu Yan, Zhao Yue, Chen Yue

Preisgekrönt vom Staatlichen Kulturministerium der VR China 1984 und beim Jinji Filmfestival China 1984

Ein einfacher Fährmann lebt mit seiner Familie in der Idylle südchinesischer Landschaft. Nicht einmal die Eisenbahn hat als Bote moderner Zivilisation den von Karstgebirge umschlossenen Ort erreicht. In scheinbarer Harmonie lebt das junge Ehepaar mit seinen zwei Kindern, bis die hart arbeitende junge Mutter krank wird und ihr Mann erkennt, wie wertvoll ihre Liebe ist, diese aber auch gepflegt sein will, und sei es nur durch die Erfüllung bescheidener Träume. Sensibel reflektiert der Film Rollenverhältnisse zwischen den Geschlechtern und überzeugt durch schauspielerische Leistung sowie malerische Landschaftsaufnahmen.

 
 

 

Xia Xiang / Der Duft der Peking-Oper; (1991)

B: Miao Yue, Sun Zhou
R: Sun Zhou
K: Yao Li
M: Zhao Jiping
D: Zhu Xue, Wang Yumei, Feiyang

Preisgekrönt vom Staatsministerium für Radio, Film und Fernsehen der VR China 1992

Preisgekrönt für Regie , Kamera und Ton beim Jinji Filmfestival, China 1992

Preisgekrönt bei der Shanghai Filmkritik, China 1992

Preisgekrönt beim Hawaii International Filmfestival 1992

Preisgekrönt beim Goldenen Panda – Chinesisches Filmfestival Montpellier,Frankreich 1993

Das Verhältnis zwischen den Generationen wird auf die Probe gestellt, als der Enkel eines ehemaligen Peking-Opernsängers zu ihm aufs Dorf geschickt wird. Freundschaft entsteht zu einem gleichaltrigen Mädchen, aber die Beziehung zum Großvater gestaltet sich als schwierig, bis die buddhistische Freundin des alten Mannes stirbt. Die herzliche Art des Enkels und die gemeinsame Liebe zur Peking-Oper lassen die beiden sich nun näherkommen.

 
 

 

Tian Zi Ma Tou / Himmelshafen
(1998)

B: Ma Weijun
R: Zhang Qian, Ma Weijun
K: Jian Liwei, Wang Lei
M: Li Haiying
D: Gaoming, Wuyue, Ju Xue, Huang Jinshang

Preisgekrönt für Ton von der Gesellschaft für Tonkunst, China 2000

Die Welle der Arbeitslosigkeit in den 1990er Jahren hat die Familie Hong getroffen. Der Sohn A Quan, seine Frau und seine jüngere Schwester haben gleichzeitig ihre Arbeit verloren. Der Freund der kleinen Tochter von Hong geht fort, die Frau des Sohnes muss die Schwangerschaft abbrechen. Der Sohn schämt sich für die neue Situation. Wie werden sie die schwierige Zeit überwinden? Wie verhalten sie sich gegenüber den Herausforderungen des neuen Lebens? Wie gehen sie mit der neuen Arbeit um? Die Mutter beantwortet diese Fragen am Ende mit einer alten chinesischen Lebensphilosophie.

 
 

 

Tai Yang Yü / Sonne im Regen
(1987)

B: Liu Xihong, Zhang Zemin
R: Zhang Zeming
K: Yao Li, Pang Lei
D: Yan Xiaopin, Sun Chun, Yi Xinxin, Zhang Ling

Preisgekrönt beim Shanghai Studenten Filmfestival, China 1988

Die junge Liebe zwischen der hübschen Bibliothekarin Yayi und ihrem Freund hat im chinesischen Großstadtleben der 80er Jahre einige Hürden zu meistern. Yayis Freund findet neben seiner Werbeagentur kaum Zeit für sie und eine eifersüchtige Ex-Freundin versucht sich zwischen das Paar zu drängen. Und dann ist da noch die unkonventionelle Lingkang, die zwischen Studium und Modellkarriere ihren Weg sucht. Der Film erzählt in einfühlsamer Weise von den Konflikten, Träumen und Hoffnungen junger Menschen in der wirtschaftlich aufstrebenden Sonderwirtschaftszone Shenzhen in Guangdong.
 
 

 

Xi Yamaha Yu Dang / Fischladen
(1984)

B: Zhang Yiwu, Huang Jinhong
R: Zhang Liang
K: Han Xingyuan, Wang Hengli
M: Chen Qixiong
D: Zhang Tianxi, Xu Ruiping, Yang Liyi, Li Zhiqiang

Preisgekrönt vom Staatlichen Kulturministerium der VR China 1984 und beim Jinji Filmfestival, China 1985

Ein junger Südchinese nutzt Anfang der 80er Jahre erste Möglichkeiten, sich im Zuge der wirtschaftlichen Liberalisierung selbständig zu machen, und eröffnet in Kanton den Fischladen seiner Träume. Sein Partner bringt ihn jedoch auf betrügerische Irrwege, bis seine moralischere Freundin schließlich das Weite sucht. Nun wandelt sich seine Einstellung, und der Weg zum Happy End scheint geebnet. Der Film zeigt typische chinesische Beziehungen zur Zeit der wirtschaftlichen Öffnung im munteren, lebensfrohen Kanton.

 
 

 

Gei Kafei Jia Dian Tang / Ein bisschen Zucker zum Kaffee
(1987)

B: Zheng Hau
R: Sun Zhou
K: Zheng Hua, Wang Huiguang
M: Zhu Shirui
D: Chen Rui, Li Fengxu, Du Rong, Peng Lizhi

Im China der 80er Jahre kommt Breakdance zum Taiji, Musical zur Peking-Oper. Der Film erzählt die Liebesgeschichte zwischen einer auf dem Trottoir arbeitenden Schusterin und einem Fotografen zu einer Zeit, als die Trennung in Arm und Reich in China beginnt, und gewährt auch Einblick in das tägliche Leben im typischen sozialen und familiären Umfeld der Protagonisten. Filmisch zunächst sehr realistisch, gelingen dann großartige Eindrücke des neuen Chinas im Umbruch.

 
 

 

Jue Xiang / Der letzte Klang
(1985)

B: Zhang Zeming
R: Zhang Zeming
K: Zheng Kangzhen, Zhao Xiaoshi
M: Zhou Xiaoyuan
D: Kong Xianzhu, Chenrui, Liu Qianyi, Mo Shaoying

Preisgekrönt für Kamera und Malerei beim Jinji Filmfestival, China 1985

Preisgekrönt beim Filmfestival Turin, Italien 1986

Ruhige Gesellschaftsstudie über den Werdegang eines Komponisten und seines Sohnes vor dem Hintergrund der chinesischen Geschichte seit den 50er Jahren mit der Kulturrevolution als tragischem Einschnitt in die Familiengeschichte. Sehr nah an den Menschen werden die Möglichkeiten, bzw. die Schwierigkeiten der sozialen und künstlerischen Entwicklung in verschiedenen Zeiten gezeigt. Dabei erreicht der Film große Authentizität durch viele Laien-Darsteller und die Fokussierung auf ein Milieu in einer südchinesischen Stadt.

 
 

 

Xian Xinghai / Der Komponist Xian Xing Hai
(1995)

B: Ning Wie, Wang Hengli
R: Wang Hengli
K: Wang Hengli, Huang Xiaoxin, Chang Yu
M: Cheng Dazhao
D: Xu Jianping, Shen Rumei

Preisgekrönt beim Huabiao Filmfestival, China 1996

Eine emotionale und sehr musikalische Biografie des berühmten Komponisten Xian Xing Hai. Von seiner Geburt in Makau 1905 über das Studium in Paris bis in die vom Kriege geprägten 40er Jahre erzählt der Film in bildgewaltiger Sprache. Man begegnet dabei vielen großen Persönlichkeiten der Chinesischen Geschichte.

Eine emotionale und sehr musikalische Biografie des berühmten Komponisten Xian Xing Hai. Von seiner Geburt in Makau 1905 über das Studium in Paris bis in die vom Kriege geprägten 40er Jahre erzählt der Film in bildgewaltiger Sprache. Man begegnet dabei vielen großen Persönlichkeiten der Chinesischen Geschichte.