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Konzertante Oper „Der Traum der Roten Kammer“in der Ausstellung „Yunnan, Sichuan - Biologische und kulturelle Vielfalt in Südwest-China“

Frei nach dem gleichnamigen Roman von Cao Xue Qin
(Tsao Hsüe Kin, 1719 – 1763)

Libretto, Komposition und Regie: Wang Aiqun
Ingrid Zacharias: Chorleitung, Mezzosopranistin
Barbara Lucke (Sopran), Ulrike Rüster (Sopran),  Jeanine de Prince (Sopran),
Dorothee Rüster (Mezzosopran)  Ingrid Zacharias Mezzosopran
Johannes Krusche (Tenor), Florian Glas (Tenor),
Harald Rüster (Bass), Richard Zacharias (Bass)
Zhou Min, Tänzerin
Nora Zacharias: Sprecherin
Zhao Yaqian: Bühnenbild- und Maskenbildnerin

Freitag, 08. 09. 2010, 19 Uhr
Winterhalle des Botanischen Gartens München-Nymphenburg
Menzinger Str. 65, 80638 München

19:20 Uhr Einführung. 20 Uhr: Konzert
Kartenvorverkauf ab 5. August 2010, 9 - 18.30 Uhr an der Hauptkasse, Restkarten an der Abendkasse des Botanischen Gartens. Preis: 12 € inklusive chinesischen Tees.

Chorleitung: Ingrid Zacharias
Ensemble der Chinesischen Bunten Blätter München
Eine lyrisch-musikalische Erzählung auf Deutsch und Chinesisch.

www.botmuc.de
www.ChinesischeBunteBlaetter.de


„Der Traum der roten Kammer“ –
Ein zeitloser Spiegel der Gesellschaft

Die Handlung der Oper basiert auf dem gleichnamigen klassischen chinesischen Roman von Cao Xue Qin (Tsao Hsüe Kin, 1719 - 1763). Die Geschichte liegt auch einer ganzen Reihe traditioneller chinesischer Opern, wie u. a. einer Sichuan-Oper, zugrunde, ist verfilmt worden und in diverse Fernsehproduktionen eingegangen.

Der Stoff entstammt einem Gesellschaftsroman der sich im höfischen Milieu des 15. Jahrhunderts bewegt. Im Mittelpunkt steht eine unglückliche Dreiecksbeziehung, die eingebettet ist in budhhistische und taoistische Philosophie. Es geht um Liebe, Freundschaft, Familienstruktur, Erziehung, Sensibilität, Vergänglichkeit der Menschen und der Natur.

Die Akteure verwirklichen nicht die eigenen Liebe, ihr Schicksal wird von der Familie und Wahrsagern bestimmt. Die Liebesgeschichte spielt hauptsächlich zwischen drei Personen: Zwei jüngeren Damen mit den Namen Daiyu und Baochai und einem jungen Mann mit dem Namen Baoyu. Die Liebesthemen und die komplizierten Familienbeziehungen werden hauptsächlich von den weiblichen Figuren, darunter auch Baoyus Mutter, Großmutter und seinen Schwestern entwickelt. Der Vater von Baoyu ist ein hoher Beamter, der hauptsächlich die Wandlungen in der Politik und den Machtverhältnissen seines Staats verkörpert. Die Geliebte von Baoyu ist Daiyu, eine Kusine von Baoyu, ihre beiden Familien wissen das, sie selbst wissen es auch, aber es folgt die Geschichte einer unglücklichen Liebe.

Nach chinesischer Tradition muss zunächst eine Ehevermittlerin als Vertreterin einer Familie mit der anderen Familie sprechen, wenn eine Ehe zustande kommen soll. Die Eltern der jungen Frau sprechen dann darüber in der eigenen Familie, aber die Entscheidung liegt bei den Eltern. Wenn die Eltern eine Ehe schließen wollen, dann gibt keine andere Wahl, das ist der Anlaß vieler Tragödien. Darin spiegelt sich das konfuzianische Grundverständnis von Familie und Gesellschaft. Wegen dieser Tradition haben Baoyu und seine Geliebte Daiyu nicht offiziell in der Familie über ihre Liebe gesprochen, das gibt seiner Familie natürlich auch eine Chance, ihre Macht auszuüben, alles mündet in einen Teufelskreis. Am Schluß heiratet Baoyu nach einem Täuschungsmanöver seiner Familie nicht seine Geliebte Daiyu, sondern ein Mädchen namens Baochai, eine entfernte Kusine. Seine Geliebte Daiyu stirbt wegen dieser Nachricht und ihres schlechten Gesundheitszustands am gleichen Abend.

Die chinesische Komponistin Wang Ai Qun vertonte den Roman in den Jahren 1995 bis 2007. Teile der Oper wurden 2004 konzertant im Rahmen des Festivals junger Künstler in Bayreuth uraufgeführt. Daneben gab es seit 1996 viele konzertante Aufführungen in verschiedenen Städten in Deutschland.